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S 2 unterbrochen - Schienenersatzverkehr - Ein Kommentar

Ein etwas böser Kommentar oder einfach mal schriftlich dem Ärger freien Lauf gelassen!

„Ach, du schöner Schienenersatzverkehr…“

könnte ein Lied lauten, das die heile und schöne Welt vorgaukeln will.

Aber der Reihe nach. Die kompletten Gleisanlagen zwischen Lichtenrade und Marienfelde werden erneuert. Daher ist die S 2 unterbrochen.

Es ist gut, dass die Bahn mal etwas investiert. Das ist der DB ja auch immer vorgeworfen worden, dass sie ihr Netz systematisch verkommen läßt.

Als Großleistung kann man es der DB-S-Bahn auch anrechnen, dass die Arbeiten in die Sommerferien verlegt wurden. Sehr sinnvoll! Aber wie der aufmerksame Leser schon vermutet, kann bei der S-Bahn nicht alles positiv sein.

Schön wäre gewesen, wenn die Pressestelle der S-Bahn in der Lage gewesen wäre, auf eine rechtzeitige Anfrage schon im Vorfeld eine verlässliche oder überhaupt eine Auskunft zu geben. Aber na ja, Schwamm drüben. Es geht ja nur um die Information seiner Kunden. Und die werden es schon alles rechtzeitig mitbekommen.

Jetzt muss man einfach mal eine S-Bahn-Unterbrechung und Schienenersatzverkehr hautnah miterlebt haben, um den großstädtischen Berliner Flair vom Personennahverkehr zu erspüren.

In den ersten Tagen hatte man den Eindruck, dass jede Menge Busse zur Verfügung standen. Das hat ganz gut geklappt. Nun kann ich nur vermuten, dass die Anzahl der Busse reduziert wurde (jedenfalls morgens!). Das diese Busse dann aber zwangsläufig unzuverlässiger sind, zumal sie abhängig vom Straßenverkehr sind, das muss man halt in Kauf nehmen.

Wenn die Busse fahren, fahren aber in der Regel immer zwei direkt hintereinander. Das scheint logisch, da eine S-Bahn ja auch nicht nur einen Anhänger hat. Oft sieht es aber so aus, dass der erste Bus richtig voll ist und der zweite nur so -und leer- hinterher fährt. Vielleicht ist die Bahn ja in der Lage, auf diese Realität zu reagieren. Das könnte dann bedeuten, dass die Busse öfters, im kürzen Zeittakt, und nicht unmittelbar hintereinander fahren. So könnten mehr Menschen, bequemer, schneller und etwas zeitversetzt die Züge erreichen. Ein Organisator an den Endhaltestellen könnte vielleicht ja auch eine bessere Schnittstelle zwischen Bahn und Bus herstellen (dort, wo welche eingesetzt werden, klappt es auch besser).

Wenn dann noch die Züge, die ja immer noch bis Marienfelde fahren, auch wirklich kommen…oh, S-Bahn, wir wären dir ewiglich dankbar! Oder auch einfach nur die Fahrgäste mit Durchsagen zu informieren, wäre schon ein großer Fortschritt!

Es gibt auch Menschen, die in den Ferien arbeiten und auch schon um 6 Uhr zur Arbeit müssen. So gemein ist man nicht bei der Bahn mit seinen Mitarbeitern, die für Informationen rund um die Strecke sorgen müssen. Um 6 Uhr sieht man noch keinen von diesen Betreuern. Aber Schlaf ist ja auch wichtig!

Dafür ist es dann spannend manche Fahrgastbetreuereinsätze näher zu betrachten. Manchmal stehen zwei, drei, vier -auch fünf wurden schon gesichtet- Mitarbeiter zusammen und führen etwas abseits der Haltestelle ihre eigenen privaten Personalversammlungen durch. Einer lümmelt auf einen mitgebrachten Koffer, einer hat in der Hand zusammengerollte Prospekte dabei, eine raucht! Alle Zeichen sind darauf ausgerichtet: Sprich mich nur nicht an! Gerne stehen wir dann auch so, dass man uns nicht gleich sieht. Ärgerlich nur, das mich einer in eine Uniform reingequetscht hat.

Ich treibe es hier vielleicht etwas auf der Spitze und bin auch etwas ungerecht. Es gibt ganz tolle und freundliche Fahrgastbetreuer, aber die grobe Tendenz ist nach meinen Erfahrungen so, wie ich es beschrieben habe. Leider keine Übertreibung!

-       Wir freuen uns schon darauf, dass die S-Bahn nach den Ferien ohne Unterbrechung fährt!

-       Wir hoffen, dass die Bauarbeiten keine hinterhältigen Vorarbeiten für die Dresdner Bahn sind!

-       Wir hoffen, wenn die Strecke wieder frei ist, dass dann nicht Frühling, Sommer, Herbst oder Winter ist und die Bahnen und Weichen zufrieren oder es zu heiß für die nicht vorhandenen Klimaanlagen ist.

S-Bahn, ich liebe Dich! Es gibt ja manchmal auch Hasslieben!

Euer „Lichte“ – diesmal in Hochdeutsch

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